Epilepsie – von sehr gering bis extrem auffällig

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Epilepsie wird auch Fallsucht genannt und wird häufig zu einem cerebralen Krampfleiden (von Cerebrum = Gehirn). Im Gehirn scheint eine bestimmte Kontrolleinheit zu versagen und der Patient geht womöglich zu Boden, krampft und die Kontrolle über den Körper scheint verloren. Der Ursprung der Erkrankung liegt im Lobus temporalis, dem Schläfenlappen. Die Erkrankung wird in der Human- und Veterinärmedizin als idiopathisch beschrieben, da die wirkliche Ursache bisher nicht nachgewiesen ist. In der Pferdemedizin spricht man von der Narkolepsie, einer Unterart der Epilepsie. Der Mensch entwickelt epileptiforme Krankheitsbilder und echte Epilepsien. Hunde, die als Schutzhunde ausgebildet wurden, sind häufig selbst Epilepsiepatienten, weshalb sie über das besondere Talent verfügen, den nahenden Anfall im Menschen zu erkennen.

Epileptische Anfälle sind die Folge lokaler Entladungen im Gehirn. Natrium-Spannungssignale werden unkontrolliert entladen, obwohl sie eigentlich Ruhe halten sollten. Die dort erregbaren Nervenzellen sind schnell und leicht zu depolarisieren. Es treten plötzlich und kräftig Funktionsstörungen auf. Die Gehirnfunktion ist vorübergehend gestört, die Krampfanfälle (Convulsionen) stoppen so spontan wie sie aufgetreten sind.

Eine niedrige Krampfschwelle des Gehirns kann entweder erblich oder erworben sein. Bei der erblichen Form ist die Krampfbereitschaft erhöht, bei der erworbenen dagegen sind starke Reize notwendig, um die bestehende Krampfschwelle zu erniedrigen und Anfälle auszulösen.

Es wird klinisch wie folgt unterschieden:

          Fokale Anfälle: Der Ursprung liegt in einem begrenzten Hirnareal und die fokalen Anfälle treten meist bei normalem Bewusstsein auf. Muskelzuckungen oder tonische Krämpfe beschränken sich auf einen Teil des Körpers. Sie gehen zum Teil über in eine psychomotorische Art, in der Verhaltensstörungen beobachtet werden können wie z.B. plötzliche Abwesenheit, Aggressivität, unmotiviertes Verhalten, Übersprungshandlungen und Kaubewegungen, Umherlaufen, Zwangsbewegungen

          Generalisierte Anfälle: Der Ursprung liegt in einem nicht begrenzten Hirnareal (Generalisierung) und die Anfälle erreichen den gesamten Patientenkörper.

o   Es gibt den Grand-Mal-Typ, der einen tonisch-klonischen Anfall mit verschiedenen Phasen durchläuft: einer Vorlaufphase (Prodromal-Phase), einer Aura (verändertes Verhalten des Tieres zeigt sich), einem Anfall (Iktus), ggf. einem Status epilepticus (direkt nachfolgender Anfall) und einer Postiktal-Phase, in der der Patient müde und abgespannt ist. Das tonische zeigt sich in gestreckten/versteiften Gliedmaßen und einer Überstreckung des Kopfs und der Halswirbelsäule nach oben. In der klonischen Phase zeigen sich Lauf- und Kaubewegungen, die für einen Abbau von Adrenalin sorgen sollen. Es kann ein ständiger Speichelfluss und unkontrollierter Kot- und Harnabsatz erfolgen. Der Anfall hält maximal 45 Sekunden in 95% der Fälle an, die restlichen 5% verlaufen schwerer mit mehreren Minuten bis hin zu einer halben Stunde. Nach dem Anfall können die Patienten sehr hungrig, laufbegierig, anhänglich sein oder einfach viel schlafen.

o   Es gibt den Petit-Mal-Typ, bei dem der Patient evtl. nur 10 Minuten abwesend ist. Es können, müssen aber nicht, kurze Verkrampfungen vorkommen, die zunächst nicht mal mit einer Epilepsie in Verbindung gebracht werden.

Es gibt verschiedene Verfahren der Diagnostik:

          Allgemeine und neurologische Untersuchung: Sofern nur ein Anfall stattfand und in der Untersuchung nichts Auffälliges zu finden ist, wird der Patient einfach weiter beobachtet. Bei neurologischen Auffälligkeiten wird über eine angemessene Therapie entschieden. Sofern mehr als ein Anfall stattfand, wird eine weitergehende Untersuchung notwendig. Vergiftungen sind auszuschließen.

          Blut- und Harnuntersuchung: Sie liefern nähere Ergebnisse, wobei vor allem auf ausleitpflichtigen Substanzen geachtet wird. Mit u.a. bildgebenden Verfahren auch geprüft, ob die Ursache außerhalb des Gehirns liegt wie z.B. in der Leber oder in den Nieren. Bei einer Ursache außerhalb des Gehirns handelt es sich um eine epileptiforme Erkrankung. Das Gehirn wird vergiftet, ist aber selbst in Ordnung.

          Liquoruntersuchung bzgl. Entzündungsproteine und ggf. weitere bildgebende Verfahren im Bereich des Schädels, wobei Untersuchungen außerhalb eines Anfalls voraussichtlich nichts Auffälliges zeigen werden

In der Therapie ist mit einem GABA-Agonisten zu arbeiten. Die gängigen allopathischen Präparate sind in ihrer Wirkung und Nebenwirkungen unterschiedlich zu bewerten. Es kann sich sogar eine scheinbare Therapieresistenz zeigen, woraufhin eine Überprüfung der bisherigen Befundung als auch der Therapie zu empfehlen ist. Eine Differenzialdiagnostik gegenüber der epileptiformen Erkrankung, die ihre Ursache außerhalb des Gehirns hat, ist dann zwingend erforderlich. Alternativmedizinisch lässt sich der Epilepsie-Patient gut mit dem Wirkstoff Valeriansäure zur Vermeidung der Krämpfe und zur Beruhigung einstellen. Therapeutisch lässt sich das sehr gut mit Akupunktur und Osteopathie ergänzen.

Die Epilepsie ist eine sehr emotionalisierende Erkrankung. Auch wenn sie nicht heilbar ist, so ist sie mit der richtigen Therapie – auch pflanzenheilkundlich – beherrschbar.

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