Kategorie: <span>Fallbericht Katze</span> – Starke & Seidel https://starke-seidel.de Starke & Seidel bietet ganzheitliche Therapiekonzepte für Mensch und Tier im Rhein-Main-Gebiet an: Physiotherapie und alternativmedizinische Konzepte für Hund, Katze, Pferd und Coaching für Menschen Mon, 15 Feb 2021 21:08:35 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.7.1 https://starke-seidel.de/wp-content/uploads/2020/02/cropped-Starke-Seidel-32x32.jpg Kategorie: <span>Fallbericht Katze</span> – Starke & Seidel https://starke-seidel.de 32 32 Lähmung oder Ausfallerscheinungen durch die Aortenthrombose bei der Katze – Behandelbar ohne Operation​ https://starke-seidel.de/lahmung-bei-katze-aortenthrombose/ https://starke-seidel.de/lahmung-bei-katze-aortenthrombose/#respond Fri, 15 Jan 2021 11:36:45 +0000 https://starke-seidel.de/?p=3223

Lähmung oder Ausfallerscheinungen durch die Aortenthrombose bei der Katze - Behandelbar ohne Operation

Während der Behandlung

Katzen sind ja durchaus sehr unternehmens- und abenteuerlustige Tiere. Sie machen die Nacht zum Tag, bringen „leckere“ Geschenke mit nach Hause und können ihre Besitzer auch mit ihren Futtervorlieben gut auf Trab halten. Wenn sie aber mal Schmerzen oder Bewegungsstörungen zeigen, ist höchster Alarm, denn Katzen haben aufgrund einer eingeschränkten Arachidonsäuresynthese durchaus ein geringeres Schmerzempfinden.

Während der Behandlung

Ich wurde kurzfristig zu einer 2-jährigen Hauskatze gebeten, die als Freigängerin ungewöhnlicherweise mehr als 30 Stunden nicht nach Hause kam und bei ihrer Rückkehr starke Bewegungsschmerzen zeigte. Ein Schmerzmittel bekam sie seit dem Morgen schon durch den Tierarzt. Weitere Auffälligkeiten verunsicherten die Besitzerinnen, wie es um den Zustand der Katze stand: sie konnte nicht sitzen, sich nicht putzen, schrie wie aus dem Nichts plötzlich auf und konnte auch nicht mehr wie gewohnt hochspringen, sondern zog sich an Schränken hoch. Am meisten Sorge machte allerdings der Schwanz, der sich nicht mehr von der Katze bewegen ließ. Bei der weiteren Untersuchung wurde deutlich, dass zudem eine große Schwellung am Schwanzansatz erkennbar war – ein Bluterguss.

Wichtig war nun an erster Stelle, dass fressen, trinken, Kot und Urin absetzen weiterhin funktionierte. Zunächst stand das Kippfenster-Syndrom im Verdacht: eine Katze versucht, durch ein gekipptes Fenster zu springen und bleibt hängen, so dass sie meist im Beckenbereich wichtige Gefäße abdrückt. Dann können beispielsweise die Hintergliedmaße Lähmungserscheinungen zeigen. (Hinweis: Auch dies wäre ein Fall für eine umfassende Manualtherapie, um die Regeneration und Beweglichkeit zu fördern.)

In diesem Fall wiesen die Symptome auf ein eher allgemein unbekanntes Geschehen hin: eine Aortenthrombose –vermutlich mitunter traumatisch ausgelöst, was zu dem Bluterguss am Schwanzansatz führte. Beim Aortenthrombus verstopft ein Blutgerinnsel die Gefäße in Höhe des Beckens bzw. der Thrombus kann sogar ein wenig hin und her wandern in der Aufzweigung der Gefäße. Das führt dazu, dass die Katze nicht nur im hinteren sondern auch im vorderen Rückenbereich starke Schmerzen zeigt und dieses Schmerzempfinden auch immer wieder wechselt. Die Katzen schreien plötzlich auf, obwohl sie sich augenscheinlich kaum bewegt haben. Durch den Thrombus und die erkennbare Schwellung im Wirbelsäulenbereich kam es bei dieser Katze zu einer Minderdurchblutung der Muskulatur und damit zu einer Übersäuerung. Dies machte es dann unmöglich, den Schwanz anzusteuern.

Aufgrund der starken Schmerzen behandelte ich sie im ersten Termin craniosacral, so dass ich die Schmerzpunkte nicht direkt berühren musste. Ich habe zentralnervös die Schmerzen gelindert und die Beweglichkeit gefördert. Da die Katze nun Hausarrest bekam und absehbar war, dass sie sich erstmal ausschlafen und erholen muss, verständigten wir uns auf eine ganzheitliche Therapie: Ich leitete die Besitzerinnen zur einer Lichttherapie an, die sie selber durchführen konnten, um die Regeneration des Gewebes zu fördern. Zudem wurde ein Therapieplan mit durchblutungsfördernden, Bluterguss-abbauenden und Nervenstärkenden Mitteln aufgestellt, die auch recht katzenverträglich verabreicht werden können. Von nun an standen wir im regelmäßigen Kontakt, um den Therapieverlauf genau zu beobachten und nach Bedarf manualtherapeutische Termine mit einzuplanen.

Innerhalb von 10 Tagen verbesserte sich der Zustand erheblich: nach 3 Tagen saß sie wieder, dann wurde sie fideler, wieder verspielt und am 10. Tag konnte sie den Schwanz wieder etwas bewegen. Das Absetzen der Schmerzmittel nach 2 Wochen brachte eine Erstverschlimmerung, die zu dem Zeitpunkt aber als „normal“ zu werten war. Als sie es nach 3 Wochen schaffte, wieder Ausflüge zu machen, brachte sie auch schon wieder Beute mit heim. Der Schwanz wurde immer beweglicher. Die Besitzerinnen wussten nun, dass es einfach viel Geduld braucht, bis sich ein Bluterguss abbaut. Um einem weiteren Thrombus vorzubeugen, ist es nun ratsam, der Katze lebenslang durchblutungsfördernde pflanzliche Therapeutika zu verabreichen.

Video nach dem Traum / zu Behandlungsbeginn: sie konnte weder den Schwanz selber aktiv bewegen, noch sich damit balancieren

Video nach 9 Wochen – es erfolgen seit 4 Wochen nur noch Kontrolltermine: sie war wieder aktiv draußen unterwegs und kann ihren Schwanz bewegen

Video nach 14 Wochen: sie verhält sich fit und fidel

Zeigt Ihre Katze ein besonderes oder ungewöhnliches Verhalten?
Vereinbaren Sie gerne einen Termin, um einen „Gesundheits-Check“ Ihrer Katze durchzuführen. Sollte Ihre Katze nicht transportfähig sein, oder sich in Praxen unwohl fühlen, biete ich auch gerne Hausbesuche an.

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Wenn Katzen Übelkeit, Appetitlosigkeit und Apathie zeigen, kann die Naturheilkunde zu neuem Schwung führen https://starke-seidel.de/katzen-ubelkeit-appetitlosigkeit-apathie/ https://starke-seidel.de/katzen-ubelkeit-appetitlosigkeit-apathie/#respond Fri, 04 Sep 2020 10:09:23 +0000 https://starke-seidel.de/?p=3142

Wenn Katzen Übelkeit, Appetitlosigkeit und Apathie zeigen, kann die Naturheilkunde zu neuem Schwung führen

Ein königlicher norwegischer Waldkater

 

Bei einer Katze sind Symptome wie Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit häufig schwer zu deuten. Solche Symptome sind sehr kritisch zu beobachten. Es ist im Zweifel zügig zu handeln, denn eine Katze sollte nicht länger als 12 Stunden auf ihr Fressen verzichten. Nach mehr als 12 Stunden Verzicht auf Futter stellt die Katze auf einen Fettstoffwechsel um, der nicht physiologisch ist und zu einem dauerhaften Leberschaden führen kann. Wenn die betroffene Katze normalerweise Feuchtfutter frisst, fällt mit der Futterverweigerung zudem die Feuchtigkeitszufuhr weg und sie müsste umso mehr trinken. Mangelndes Trinken führt bei einer Katze schnell zu Nierenproblemen und zu einer Dehydrierung.

Der Patient ist in diesem Fall ein wunderschöner 10-jähriger Kater der Rasse Norwegische Waldkatze. Er bekam über Nacht starke Anfälle mit Erbrechen und Durchfall. Es folgten Verweigerung von Fressen und Trinken, was den Kater extrem schwächte und schnelles Handeln war gefragt.

Oberste Priorität war an dieser Stelle, ihm Flüssigkeit zuzuführen und den Appetit anzuregen.

Zweite Priorität hatte nun die Ursachenforschung für ein individuelles Therapiekonzept. Die letzte Futteraufnahme hätte Ursache für die Anfälle sein können, allerdings zeigte der Kater schon länger ein schlechtes Fressverhalten, wie der Besitzer berichtete. Der Kater hatte in der vorherigen Zeit schon deutlich an Gewicht verloren. Aber so schlecht wie in dieser Nacht ging es dem Kater zuvor nie.

Die bisherige Krankengeschichte des Katers zeigte Hinweise auf Nierenprobleme: im vorliegenden bildgebenden Material einer vorherigen Untersuchung konnte man Veränderungen einer Niere erkennen und zuhause war der Uringeruch zuletzt sehr auffällig.

Bei der weiteren Anamnese stellte sich heraus, dass zuletzt eine Herzmuskelvergrößerung festgestellt wurde. Die sogenannte Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) kann bei älteren Katzen eine Rolle spielen und ist sogar genetisch bei einigen Rassen veranlagt. Dazu gehören Rassen wie z.B. Maine Coon aber auch die Norwegische Waldkatze. Resultat ist eine Herzschwäche, da sich das Herz schlechter mit Blut füllen kann.

Es gab einen weiteren Befund: Es wurde zuvor auch eine Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum (Aszites) im bildgebenden Verfahren deutlich. Diese kann neben anderen möglichen Ursachen wiederum im Zusammenhang mit der Herzschwäche und einer (chronischen) Niereninsuffizienz (CNI) stehen.

Diese Befunde erforderten folgende Sofortmaßnahmen im alternativmedizinischen Therapiekonzept:

  1. Futter-/Flüssigkeitsaufnahme und Appetitanregung
  2. Unterstützung/Verbesserung der Verdauungsfunktion
  3. Nierenfunktionsverbesserung 
  4. Lymphdrainage für den Abtransport der Flüssigkeit im Bauchraum

Ergebnis:

    • ✓ Nach Flüssigkeitszufuhr und darauffolgendem Ausschlafen fing der Kater an, zu fressen.
    • ✓ Ganz allmählich kam Trinken dazu und
    • ✓ der Kotabsatz zeigte sich zunächst noch instabil, dann aber regelmäßiger und normal geformt.
    • ✓ Nach nur drei Tagen miaute er unterhaltsam nach alter Manier, kuschelte gerne und wurde bewegungsfreudig.
    • ✓ Nach wenigen Tagen spielte er sogar wieder und verlangte regelmäßig und vehement Futter.

Katzen können – wie auch in diesem Fall geschehen – sehr erfolgreich osteopathisch und cranio-sacral behandelt werden, wodurch Organgesundheit, Kreislauf und vegetatives Nervensystem effektiv gefördert werden. Auch Akupunktur, Aroma- oder Lichttherapie unterstützten in diesem Fall die Appetitanregung und die Erholung des Katers.

Nach der ersten intensiven Therapie und der Stabilisierung des Patienten ist es wichtig, mit einem regelmäßigen Konzept zu arbeiten, um die Nieren, das Herz und die Verdauung dauerhaft zu unterstützen. Hierzu werden Präparate gewählt, die die Organe nicht belasten und möglichst „katzenfreundlich“ sind, d.h. der Katze vom Besitzer verabreicht werden können. Das erfordert ein wenig Geduld und Ausdauer auf beiden Seiten. Katzen mit chronischen Beschwerden haben mal gute und mal schlechtere Tage – das mögen wir von uns selbst kennen. Auch in diesem Fall habe ich beobachtet, wie der Besitzer immer besser die Zeichen seines Katers verstehen lernt. Es sind die kleinen Zeichen, auf die er nun reagieren kann. So durfte er von seinem Kater lernen, dass es Zeit war für ein neues Katzenklo: das alte mochte er einfach nicht mehr benutzen. Es gibt nun einen Plan für regelmäßige Nierenkuren und Leberstütztherapien. Und wie das bei Katzen so sein kann, wird auch hier immer mal nach einer neuen Futtersorte geschaut.

Ich begleite diesen Patienten weiterhin und bekam folgende Rückmeldung vom Besitzer: „Für die Nachbehandlung bzw. langfristige Begleitung seines leider chronischen Zustands fühle ich mich sehr gut aufgehoben! Die Verdauung ist momentan stabil und er verhält sich auch normal – wir sind sehr happy!“


Beobachten Sie Veränderungen im Fress-, Trink-, Verdauungs-, Putz-, Bewegungs-/Spiel- oder Sozial-Verhalten Ihrer Katze? Machen Sie gerne einen Termin, um einen „Gesundheits-Check“ Ihrer Katze zu machen. Sollte Ihre Katze nicht transportfähig sein, biete ich übrigens auch Hausbesuche an.

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